Interview mit Sven Leimbach


Wie bist du zum Schreiben gekommen und wann hast du damit begonnen?
Meine erste Geschichte habe ich mit acht Jahren geschrieben. An jenem Tag lag so viel Schnee auf den Straßen, dass die Schule ausfiel und ich allein mit dem Schlitten loszog. Damals habe ich gern Füf Freunde von Enid Blyton gelesen und mir beim Spielen im Schnee vorgestellt, in einem Abenteuer verwickelt zu werden. Als ich dann nach Hause kam, beschäftigte mich mein Abenteuer so lang, bis ich es niederschrieb. Die Geschichte bestand aus sieben Kapiteln. Dabei war sie nicht länger als eine DIN A4-Seite. Von da an hatte ich immer wieder das Bedürfnis, eine Geschichte, die mir durch den Kopf spukte, niederzuschreiben. Ich hatte dann immer das Gefühl, dass die Geschichte herausmöchte und mich so lange quält, bis ich sie endlich niederschreibe. Mit Abenteuer- und Kriminalgeschichten habe ich angefangen. Später folgte dann Fantasy und Horror. Aber auch an anspruchsvoller Literatur, Kurzgeschichten und Gedichten habe ich mich ausprobiert. Am liebsten mag ich eigentlich einen Genremix: Eine Geschichte, die spannend, mysteriös und lustig gleichermaßen ist.

Wie kamst du auf die Idee zu »Die Monde von Eayal«?
Die Welt Eayal existiert schon seit meinem zehnten Lebensjahr. Ich besitze immer noch meine ersten Zeichnungen und Karten aus jener Zeit. Wann immer ich ein Sachbuch zu irgendeinem wissenschaftlichen Thema las, versuchte ich das Gelesene auf Eayal anzuwenden. Das tue ich heute noch. Ich las also beispielsweise über Astronomie und stellte mir im Anschluss die Frage: Was wäre denn eigentlich, wenn … Und dann stellte ich mir vor, welche Konsequenzen das für die Welt hätte und baute es auf Eayal ein. Eayal ist mittlerweile sehr komplex geworden und besitzt eine etwa 4000-jährige dokumentierte Geschichte. Die Welt war eigentlich nur für mich persönlich gedacht und ich hatte nie vor, eine Geschichte auf Eayal anzusiedeln. Ich hatte immer das Gefühl, einer solch komplexen Welt nicht gerecht werden zu können. Erst, als mir die Geschichte von Gosh und seinen Freunden durch den Kopf spukte, stellte ich fest, dass diese wunderbar mit einer geschichtlichen Epoche Eayals in Einklang zu bringen ist. Ich schrieb also einfach los und stellte fest, dass es mir überraschend leicht fiel, über Eayal zu schreiben. Wahrscheinlich, weil ich diese Welt schon so lange mit mir herumtrage, dass sie mir mittlerweile lebendig und real erscheint. Sicherlich findet man im Buch Themen wieder, die mich interessieren: Astronomie, Parapsychologie, Anthropologie, Philosophie. Aber in erster Linie wollte ich eine Geschichte schreiben, die trotz der Andersartigkeit Eayals authentisch erscheint, die Spannung erzeugt und ab und an ein Lächeln auf die Lippen des Lesers zaubern kann.

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zur Veröffentlichung des Buches?
Das Niederschreiben der Geschichte ging eigentlich sehr schnell. Wenn ich einmal anfange zu schreiben, kann ich nur schwer wieder aufhören. Man setzt sich abends vor den PC und vergisst die Zeit. Schließlich stellt man fest, dass die Sonne bereits wieder aufgeht und man sich für die Arbeit fertigmachen muss. Ich habe etwa drei Monate für das Schreiben benötigt. Das Überarbeiten hat aber viel mehr Zeit in Anspruch genommen. Vermutlich geht es den meisten Autoren so, dass man nie zu 100% zufrieden ist. Irgendwann muss man dann auch mal loslassen können, sonst kommt man nie zum Ende. Bei mir war das nach etwa neun Monaten und etlichen Überarbeitungswellen der Fall. Würde ich den ersten Band heute noch einmal schreiben, würde ich das eine oder andere Detail sicherlich wieder verändern.

»Die geheime Pforte« ist ja der Auftakt zu einer ganzen Buchreihe. Weißt du schon, wie viele Bände es da insgesamt geben wird?
Die Geschichte ist auf fünf Bände ausgelegt, die allesamt als Expose vorliegen. Die Zahl Fünf hat auf Eayal ja eine große Bedeutung und ich wusste von vornherein, dass ich die doch sehr komplexe Geschichte auf fünf Bände aufteilen möchte. Die ersten beiden Bände haben Sagrinanda als Haupthandlungsort. Bei den Bänden drei bis fünf wird der Leser aber auch in andere Regionen Eayals entführt. Mir ging es da nicht nur um das Weiterspinnen der Geschichte, sondern auch den Zauber Eayals von Band zu Band zu erhalten, indem ich die Vielfältigkeit dieser Welt aufzeige.

Wann dürfen sich die Leser auf den zweiten Band freuen?
Im Moment versuche ich gerade mein Alleinerziehendendasein mit meinem eigentlichen Beruf in Einklang zu bringen. Da bleibt leider viel zu wenig Zeit zum Schreiben übrig. Aktuell bin ich auch noch dabei, ein anderes Jugendbuch fertigzustellen, das in keinem Zusammenhang mit Eayal steht und eine in sich abgeschlossene Geschichte darstellt. Ich hoffe aber, den zweiten Band nächstes Jahr fertig stellen zu können. Ganz besonders freue ich mich auf das Schreiben von Band vier, was einen Anreiz darstellt, die beiden nächsten Bände zeitnah fertigzustellen. Zu Band zwei kann ich so viel verraten, dass der Arbeitstitel »Die versunkene Mühle« lautet. Neben den Charakteren aus Band eins werden auch neue, sehr interessante Figuren auftauchen und natürlich werden Gosh und seine neuen Freunde stellvertretend für den Leser mehr über Sargo und die Dunklen Diener ergründen, um am Ende eine verblüffende Antwort zu erhalten.

Ist »Die Monde von Eayal – Die geheime Pforte« dein erstes Buch oder hast du vorher bereits eines veröffentlicht?
Abgesehen von meiner Magisterarbeit, die ich veröffentlicht habe, ist es tatsächlich mein erstes Buch, das über einen Verlag angeboten wird.

Was ist dein persönliches Lieblingsbuch?
Ein gutes Buch zeichnet sich für mich dadurch aus, dass man in der Geschichte lebt, ein Teil von ihr ist. Für mich gibt es eine Art Magie, die da wirkt. Im Laufe meines Lebens gab es etliche Bücher, die diese Magie auf mich ausübten und jedes einzelne hat für mich immer noch eine große Bedeutung. Eines besonders hervorzuheben, fällt mir sehr schwer.

Hast du einen Autor, der dir beim Schreiben als Vorbild dient?
Ich glaube, einen sehr eigenen Schreibstil zu besitzen. Allein deshalb, weil ich schon sehr früh anfing, Geschichten zu schreiben. Natürlich hat sich mein Schreibstil verändert, seit ich mit acht Jahren zu schreiben begann. Aber wenn ich mir ab und an mal einen der Ordner mit alten Geschichten von mir vornehme, entdecke ich auch in diese einen Schreibstil, den ich bis heute mehr oder weniger beibehalten habe. Aber natürlich haben mich alle Bücher voller Magie beeinflusst, sowohl bei der Ausgestaltung der Welt Eayal wie auch bei der Geschichte. Allerdings eher unbewusst. Einen bestimmten Autoren könnte ich da nicht nennen. Doch versucht habe ich natürlich schon, die Magie, die ich selbst beim Lesen meiner Lieblingsbücher spürte, beim Schreiben einfließen zu lassen.

Wie ist der allgemeine Eindruck deiner Leser auf dieses Buch?
Diese Frage solltest du vielleicht besser den Lesern stellen. Die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, unterscheiden sich sehr voneinander. Den einen gefiel vor allem der Humor, andere fanden die Geschichte spannend. Wiederum andere waren von der Vielfalt und Andersartigkeit Eayals beeindruckt, während manchen Lesern vor allem die Ausarbeitung der Charaktere gefiel. Von fast allen wurden allerdings bemängelt, dass ich mir mit Band zwei so viel Zeit lasse. Ich gelobe da Besserung. Offensichtlich hat für einige Leser eine bestimmte Figur eine große Bedeutung und ich werde dann gefragt, ob diese auch ganz bestimmt im nächsten Band wieder auftauchen und ob man dann mehr über sie erfahren wird. Ich denke da beispielsweise an Fedd, den Krämer, Teldaran, aber auch an Figuren, die im ersten Band nur am Rande erwähnt werden wie Henk Disterdoch, Zabetha oder Pinsis Grafus. Natürlich werden die bereits bekannten Figuren auch weiterhin eine Rolle spielen und der Leser wird mehr über sie erfahren. Einige Leser nehmen auch Bezug zur Webseite und fragen nach, ob ein bestimmter Ort oder ein bestimmtes Lebewesen, das ihm oder ihr besonders gut gefiel, in einem der nächsten Bände auftauchen wird. Dazu möchte ich allerdings noch nichts verraten. Eine Frage, die mir häufiger gestellt wird, kann ich aber an dieser Stelle beantworten: Ja, es ist geplant, die Sagrinanda-Sammelkarten um die Figuren, die im zweiten Band neu auftauchen, zu erweitern.

Auf Eayal sind ja alle Tiere und Pflanzen anders als wir sie kennen. Woher hast du die Inspiration dazu genommen, was für Tiere und Pflanzen es auf Eayal geben soll und welche Eigenschaften diese haben?
Eigentlich braucht man sich nur auf unserer Erde umzuschauen und man findet Lebewesen mit verblüffenden Eigenschaften. Es scheint so, als würde die Natur tatsächlich alles ausprobieren, was denkbar erscheint. Ich habe versucht, Eigenschaften und Verhaltensweisen zu finden, die die Natur noch nicht erdacht hat (oder diese Tiere inzwischen wieder hat aussterben lassen). Ganz besonder faszinierend finde ich Pflanzen, weil ich der Überzeugung bin, dass wir in Wirklichkeit viel zu wenig über sie wissen. Einfach, weil wir Menschen uns so deutlich von ihnen unterscheiden. Viel deutlicher als von den meisten Tieren. Ich habe die Pflanzen auf Eayal darum auch viel tierähnlicher erschaffen als wir es von der Erde gewohnt sind. Auch faszinieren mich fiktive Lebewesen wie die Ballonpflanze und die Zwitschermotte, quasi die Symbiose von Tier und Pflanze. Ich wollte gern, dass der Leser diese Lebensformen bestaunen oder belächeln kann. Meine Geschichten haben zugegebenermaßen oft auch sehr düstere Passagen. Es lag mir am Herzen, dass der Leser an der einen oder anderen Stelle auch lachen kann. Die Flora und Fauna sollte ein Stück weit auch erheiternd und auflockernd wirken.

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Über Aurora

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